Claude Desktop
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Claude Desktop ist das Chatprogramm von Anthropic zum Installieren auf dem eigenen Computer. Es bietet dieselben Bereiche wie auf macOS und Windows: den normalen Chat, den Cowork-Modus für Aufgaben, die Claude weitgehend selbstständig abarbeitet (siehe Desktop-Agenten), sowie einen Code-Bereich mit eingebautem Terminal und Editor. Für Linux gibt es das Programm seit Kurzem als Beta-Version. Beta heißt: Es funktioniert im Alltag schon, einzelne Funktionen fehlen aber noch oder ändern sich.
Unter Linux installieren (Beta)
Voraussetzungen
- Ubuntu ab Version 22.04 oder Debian ab Version 12
- Ein Prozessor vom Typ x86_64 (die üblichen Intel- und AMD-Chips) oder arm64
Andere Linux-Varianten, die auf Debian aufbauen und diese Bedingungen erfüllen, laufen möglicherweise ebenfalls, sind von Anthropic aber nicht geprüft. Auf Systemen ohne Debian-Grundlage, etwa Fedora oder Arch Linux, lässt sich Claude Desktop nicht installieren. Dort nutzt man stattdessen die Kommandozeilen-Version Claude Code (siehe Voraussetzungen).
Warum über ein Paket-Repository?
Ein Repository ist eine Bezugsquelle für Software, aus der sich das Betriebssystem selbst bedient. Trägt man die Bezugsquelle von Anthropic einmal ein, holt sich Ubuntu neue Versionen von Claude Desktop danach automatisch mit den übrigen Systemaktualisierungen. Man muss also nicht regelmäßig von Hand eine neue Datei herunterladen und darüberinstallieren.
Schritt 1: Hilfsprogramme bereitstellen
Alle Befehle werden in einem Terminal eingegeben (ein Fenster, in das man Anweisungen als Text tippt). Zwei kleine Programme werden benötigt: curl lädt Dateien aus dem Internet, gnupg prüft digitale Signaturen. Auf frisch eingerichteten Systemen fehlen sie manchmal. Dieser Befehl installiert beide:
sudo apt install curl gnupg
Das vorangestellte sudo führt den Befehl mit Administratorrechten aus; das System fragt dabei nach dem eigenen Passwort.
Schritt 2: Signaturschlüssel von Anthropic herunterladen
Der Schlüssel dient dem Betriebssystem als Echtheitsnachweis: Damit erkennt es, dass die installierten Pakete tatsächlich von Anthropic stammen und unterwegs nicht verändert wurden.
sudo curl -fsSLo /usr/share/keyrings/claude-desktop-archive-keyring.asc https://downloads.claude.ai/claude-desktop/key.asc
Läuft der Befehl durch, gibt er nichts aus. Zur Kontrolle lässt sich der Fingerabdruck des Schlüssels anzeigen:
gpg --show-keys /usr/share/keyrings/claude-desktop-archive-keyring.asc
Angezeigt werden sollte die Zeichenfolge 31DDDE24DDFAB679F42D7BD2BAA929FF1A7ECACE. Weicht sie ab oder meldet das Programm, die Datei enthalte keine gültigen Daten, ist der Download fehlgeschlagen. Dann prüft man die Internetverbindung und wiederholt Schritt 2.
Schritt 3: Bezugsquelle eintragen
Der folgende Befehl schreibt die Adresse des Repositorys in eine Konfigurationsdatei des Systems:
echo "deb [arch=amd64,arm64 signed-by=/usr/share/keyrings/claude-desktop-archive-keyring.asc] https://downloads.claude.ai/claude-desktop/apt/stable stable main" | sudo tee /etc/apt/sources.list.d/claude-desktop.list
Schritt 4: Claude Desktop installieren
sudo apt update && sudo apt install claude-desktop
apt update liest zuerst die neue Bezugsquelle ein, danach lädt apt install das Programm und richtet es ein.
Schritt 5: Starten und anmelden
Claude Desktop erscheint anschließend im Anwendungsmenü. Alternativ startet man es im Terminal mit:
claude-desktop
Beim ersten Start meldet man sich mit einem Anthropic-Konto an, entweder über ein claude.ai-Abo oder über die Anmeldung der eigenen Organisation. Ein API-Schlüssel aus der Claude Console wird in Claude Desktop nicht angenommen; wer sich auf diese Weise anmelden möchte, nutzt Claude Code im Terminal. Das Programm sollte außerdem nicht als Benutzer root gestartet werden, sondern als das normale eigene Benutzerkonto.
Aktualisieren
Unter Linux aktualisiert sich Claude Desktop nicht von selbst. Neue Versionen kommen mit den übrigen Systemaktualisierungen:
sudo apt update && sudo apt upgrade
Die grafische Aktualisierungsverwaltung der jeweiligen Linux-Variante zeigt neue Versionen ebenfalls an.
Entfernen
sudo apt remove claude-desktop
Damit werden auch der Repository-Eintrag und der Signaturschlüssel wieder gelöscht.
Was in der Linux-Beta noch fehlt
Einige Funktionen der Windows- und macOS-Version sind unter Linux noch nicht enthalten, darunter die Steuerung von Maus und Bildschirm durch Claude sowie die Spracheingabe. Für den Cowork-Modus muss zusätzlich die Hardware-Virtualisierung des Rechners eingeschaltet sein; fehlt sie, weist die App im Cowork-Bereich darauf hin.
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