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Backup mit PII-Ausschluss

Diese Inhalte wurden mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell überprüft (Transparenzhinweis gemäß Art. 50 EU AI Act).

Zu jedem Programm des Web Stacks gehört eine Sicherung. Die Kapitel MediaWiki einrichten, XWiki einrichten und Drupal einrichten beschreiben dafür jeweils die vollständige Sicherung: ein Abzug der ganzen PostgreSQL-Datenbank mit pg_dump, dazu der Ordner mit den hochgeladenen Dateien. Dieser Abzug enthält alles – auch die Benutzerkonten mit ihren E-Mail-Adressen und verschlüsselten Passwörtern – und lässt sich nur in genau dieselbe Umgebung zurückspielen.

Dieses Kapitel behandelt einen anderen Fall: einen Export nur der Inhalte, in einem lesbaren Textformat, ohne persönliche Daten. Ein solcher Export lässt sich gefahrlos weitergeben – an ein Testsystem, an einen Übersetzungsdienst, an eine öffentliche Spiegelseite, an ein Programm, das eine RAG-Wissensdatenbank daraus baut, oder an eine ganz andere Software. Für Drupal ist dieser Weg bereits im eigenen Kapitel Inhalte importieren und exportieren ausführlich beschrieben; hier kommen MediaWiki und XWiki dazu, und davor eine Einordnung, welche Systeme das überhaupt sauber können.

Was „PII“ bedeutet

PII steht für das englische „personally identifiable information“, auf Deutsch personenbezogene Daten: alle Angaben, über die sich eine Person erkennen lässt. Name, E-Mail-Adresse, Telefonnummer, Anschrift, aber auch ein Anmeldename oder die Angabe „diese Zeile hat Benutzerin X am 3. März geändert“.

In einem Web Stack stecken solche Daten an mehr Stellen, als man zunächst denkt:

  • in den Benutzerkonten – E-Mail-Adresse, Passwort-Hash, echter Name;
  • in der Autorenangabe an jedem Inhalt – jeder Artikel, jeder Datensatz ist mit einem Konto verknüpft;
  • in Kommentaren und auf Diskussionsseiten – dort stehen Namen und oft E-Mail-Adressen;
  • in Unterschriften auf Wiki-Diskussionsseiten – ~~~~ wird zu Benutzername und Zeitstempel;
  • in Bearbeitungskommentaren – die kurze Notiz „Tippfehler von Herrn Meier korrigiert“;
  • in den Metadaten hochgeladener Bilder – eine Kamera schreibt Aufnahmeort und manchmal den Namen des Fotografen in die Datei;
  • im Freitext der Inhalte selbst – in einem redaktionellen Text kann eine Telefonnummer stehen.

Ein Export „ohne PII“ muss all diese Stellen berücksichtigen, nicht nur die Benutzertabelle. Der Grundsatz dahinter heißt Datenminimierung: Wer Inhalte weitergibt, gibt nur die Inhalte weiter – nicht die Menschen, die daran gearbeitet haben.

Was „datenbankneutral“ bedeutet

Ein pg_dump ist an PostgreSQL gebunden. Ein datenbankneutraler Export ist dagegen eine Datei in einem allgemeinen Textformat – YAML, JSON, XML oder CSV. Sie hängt nicht davon ab, welche Datenbank im Hintergrund läuft, und lässt sich mit jeder Programmiersprache und jeder Tabellensoftware öffnen. Genau diese Eigenschaft macht den Export überhaupt erst weitergabefähig: Das Zielsystem muss kein PostgreSQL sprechen und kein Drupal, MediaWiki oder XWiki sein.

Der Reifegrad des PII-Ausschlusses

Nicht jedes System kann einen sauberen, portablen Export ohne persönliche Daten gleich gut. Die folgende Einteilung ordnet die Systeme danach ein:

  • Stufe 4 – eingebaut und trennscharf. Getrennte Befehle für Aufbau (Konfiguration) und Inhalte, ein Textformat, die Benutzerkonten bleiben von sich aus außen vor, alles über die Kommandozeile steuerbar.
  • Stufe 3 – eingebaut, aber Nacharbeit nötig. Ein Inhaltsexport ist da, doch Autorennamen oder Bearbeitungsnotizen müssen von Hand entfernt werden.
  • Stufe 2 – nur über ein Zusatzmodul. Der Kern kann es nicht; ein nachinstalliertes Modul liefert den portablen Export.
  • Stufe 1 – nur der Datenbankabzug. Es gibt keinen inhaltlichen Export; man muss den SQL-Abzug selbst von persönlichen Daten befreien.
  • Stufe 0 – ungeeignet. Kein Kommandozeilenzugang, kein Textexport, oder das Format ist proprietär.

Content-Management-Systeme: die Topliste

Geordnet nach dem Reifegrad des PII-Ausschlusses, nicht nach Verbreitung. Alle genannten Systeme sind quelloffen; einige verlangen für den gewerblichen Betrieb eine kostenpflichtige Lizenz, bei offenem Programmtext. Die Spalte „PostgreSQL“ zeigt, ob das System die im Kapitel Datenbank eingerichtete Datenbank gleichwertig unterstützt.

SystemTechnikPostgreSQLReifegradWeg zum Export ohne persönliche Daten
DrupalPHPgleichwertigStufe 4drush config:export für den Aufbau, drush content:export (Core 11.3) oder Default Content Deploy für die Inhalte; YAML, Autoren ohne persönliche Daten. Siehe eigenes Kapitel.
StatamicPHPohne Datenbank möglichStufe 4Inhalte liegen als Markdown- und YAML-Dateien im Dateisystem; kopieren genügt, im Inhalt steht kein Konto.
GravPHPohne DatenbankStufe 4wie Statamic: die Inhalte sind Markdown-Dateien in einem Ordner.
StrapiJavaScriptempfohlenStufe 3strapi export (Funktion „Data Transfer“) über die Kommandozeile, verschlüsselbares Archiv; Verwaltungskonten und Zugriffstoken bleiben ausgenommen, die Konfiguration ist abwählbar.
WagtailPython (Django)gleichwertigStufe 3manage.py dumpdata mit --exclude auth.user (JSON); für ganze Seitenbäume das Modul wagtail-import-export.
TYPO3PHPüber ZwischenschichtStufe 3typo3 impexp:export erzeugt eine XML-Datei; Verweise auf Redaktionskonten müssen herausgefiltert werden.
DirectusJavaScriptgleichwertigStufe 3directus schema snapshot (YAML) für den Aufbau, getrennt von den Daten; die Daten über die Schnittstelle als JSON oder CSV, die Nutzer-Sammlung dabei auslassen. Lizenzgrenze für größere Betreiber beachten.
PayloadJavaScriptgleichwertigStufe 3kein Kernbefehl; ein kurzes Skript über die eingebaute „Local API“ oder das Gemeinschaftsmodul payload-plugin-import-export, Ausgabe als JSON.
GhostJavaScriptohne (SQLite/MySQL)Stufe 3JSON-Export über das ghost-Werkzeug oder die Verwaltungsschnittstelle; die Ausgabe enthält den Abschnitt users mit E-Mail-Adressen – vor der Weitergabe entfernen.
WordPressPHPohne (MySQL/MariaDB)Stufe 2wp export (WP-CLI) erzeugt eine WXR-XML-Datei; sie enthält im Autorenblock auch die E-Mail-Adresse und keine strukturierten Zusatzfelder ohne weiteres Modul.
PlonePythonohne (Objektablage)Stufe 2plone.exportimport (ab Plone 6.1) oder das ältere collective.exportimport, JSON; den Mitglieder-Ordner auslassen.
Craft CMSPHPgleichwertigStufe 2Projektkonfiguration als project.yaml; die Inhalte selbst nur über ein Zusatz-Plugin.
October CMSPHPmöglichStufe 2Themen- und Vorlagendateien im Dateisystem; Datensätze nur über php artisan-Zusatzbefehle einzelner Plugins.
JoomlaPHPeingeschränktStufe 1kein Inhaltsexport im Kern; nur der Datenbankabzug oder eine kostenpflichtige Zusatzkomponente.
Concrete CMSPHPohne (MySQL/MariaDB)Stufe 1Paket- und Themenexport vorhanden, aber kein trennscharfer Inhaltsexport.
ContaoPHPohne (MySQL/MariaDB)Stufe 1kein portabler Inhaltsexport; nur der Datenbankabzug.

An der Spitze steht Drupal: Aufbau und Inhalte werden mit getrennten Befehlen über die Kommandozeile ausgegeben, im Textformat YAML, und die Autoren werden von den mitgelieferten Werkzeugen ohne Passwort und E-Mail übertragen. Statamic und Grav stehen technisch gleichauf, kommen aber ganz ohne Datenbank aus – die Inhalte sind schlicht Dateien im Dateisystem, in denen nie ein Konto steht. Sie passen damit nicht zu einem Aufbau, der bewusst auf PostgreSQL setzt, sind für den reinen PII-Ausschluss aber vorbildlich. Die Headless-Systeme Strapi, Directus und Payload liefern einen guten, über die Kommandozeile steuerbaren Export, verlangen aber bei den Nutzerdaten einen bewussten Handgriff. WordPress und Joomla fallen doppelt zurück: unsauberer Inhaltsexport und keine gleichwertige PostgreSQL-Unterstützung.

Wissenssysteme: die Topliste

Ebenfalls nach dem Reifegrad des PII-Ausschlusses geordnet. Die Auswahl baut auf den Kapiteln Wissenssystem und Enterprise-Wissenssystem auf.

SystemTechnikPostgreSQLReifegradWeg zum Export ohne persönliche Daten
DokuWikiPHPohne (Dateien)Stufe 4die Seiten liegen als reine Textdateien unter data/pages/; kopieren genügt. Änderungs- und Nutzerdaten stehen getrennt in data/meta/ und data/changes und werden einfach weggelassen.
Git-gestützte Wikis (Gollum, Wiki.js im Git-Modus)verschieden–Stufe 4jede Seite ist eine Markdown-Datei in einem Git-Verlauf; ein Klon ohne Verlauf (git clone --depth 1) enthält keine Bearbeiterangaben.
XWikiJavaerste WahlStufe 4XAR-Export über die Export-Aktion (curl), mit history=false und backup=false; die verbliebenen Autorfelder im XAR nachträglich leeren. Siehe unten.
MediaWikiPHPzweitrangigStufe 3dumpBackup mit den Filtern notalk und Namensraum-Beschränkung; für eine öffentliche Fassung <contributor> und <comment> in der XML-Datei leeren. Siehe unten.
FoswikiPerlohne (Dateien)Stufe 3die „Topics“ sind Textdateien; eine Kopie des data/-Baums ohne das Benutzer-Web (Main/).
BookStackPHPohne (MySQL/MariaDB)Stufe 3ZIP-Export je Buch als HTML, Markdown oder PDF über Oberfläche und Schnittstelle; Autoren erscheinen nur als Klartextname.
OutlineJavaScriptgleichwertig (+ Redis)Stufe 3Export als Markdown-ZIP über Oberfläche oder Schnittstelle; die Dokument-Metadaten nennen den Ersteller. Lizenz nicht mehr quelloffen im engen Sinn.
DocmostJavaScriptgleichwertig (+ Redis)Stufe 3Seiten- und Bereichsexport als Markdown- oder HTML-ZIP; sehr junges Projekt.
PmWikiPHPohne (Dateien)Stufe 3Seiten als Textdateien im Ordner wiki.d/; die Autor-Zeile (author=) je Datei entfernen.
Tiki WikiPHPohne (MySQL/MariaDB)Stufe 2Struktur- und Seitenexport vorhanden, aber kein trennscharfer Filter für persönliche Daten.
TWikiPerlohne (Dateien)Stufe 2wie Foswiki, aber älter und weniger gepflegt; Foswiki ist die aktive Abspaltung.
Trilium NotesJavaScriptohne (SQLite)Stufe 2.zip-Export je Notizzweig als HTML oder Markdown; Einzelnutzer-System mit wenig Metadaten.
MoinMoinPythonohne (Dateien)Stufe 2Seiten als Dateien; die neue Version 2 ist noch nicht stabil.
ConfluenceJava–Stufe 0die selbst betreibbare Ausgabe wurde eingestellt; übrig bleiben Bezahldienst und eine teure „Data Center“-Lizenz.

Auffällig ist, dass die dateibasierten Wikis (DokuWiki, Foswiki, PmWiki) beim PII-Ausschluss vorn liegen: Wo jede Seite eine eigene Textdatei ist und die Nutzerdaten in getrennten Dateien stehen, ist der saubere Export eine Frage des richtigen cp-Befehls. Der Preis dafür ist, dass diese Systeme keine Datenbank nutzen und bei sehr großen Sammlungen mit anspruchsvoller Suche zäh werden (siehe Wissenssystem). Von den datenbankgestützten Systemen ist XWiki am weitesten, weil die Export-Aktion mit dem Schalter backup=false genau die Metadaten weglässt, um die es geht.

MediaWiki: Inhalte ohne Nutzerdaten exportieren und importieren

Wo bei MediaWiki persönliche Daten stecken

MediaWiki legt alles in der Datenbank ab. Der eingebaute XML-Export (im Kapitel MediaWiki einrichten als „inhaltliche Sicherung“ beschrieben) enthält keine E-Mail-Adressen und keine Passwörter. Er enthält aber:

  • die Namensräume Benutzer: und Benutzer_Diskussion: – dort legen angemeldete Personen persönliche Seiten an;
  • Diskussionsseiten zu Artikeln – mit Unterschriften aus Benutzername und Datum;
  • in jeder <revision> einen Block <contributor> mit <username> und interner Nummer;
  • oft ein <comment> – die Bearbeitungsnotiz, die einen Namen enthalten kann.

Für die Weitergabe an ein eigenes zweites Wiki ist das meist unkritisch. Für eine öffentliche Fassung müssen diese Stellen raus.

Der Export

Alle Befehle im Projektverzeichnis /var/www/mediawiki. Das vorangestellte sudo -u www-data führt sie als der Benutzer aus, dem die MediaWiki-Dateien gehören.

cd /var/www/mediawiki

# Nur Inhaltsnamensräume, ohne Diskussionsseiten, ohne Versionsgeschichte
sudo -u www-data php maintenance/run.php dumpBackup \
  --current \
  --filter=notalk \
  --filter=namespace:0,6,14 \
  --output=gzip:/home/thorsten/export/inhalt.xml.gz

Die drei Angaben im Einzelnen:

  • --current nimmt nur die jeweils neueste Fassung jeder Seite auf, nicht jede frühere Bearbeitung. Jede frühere Bearbeitung würde einen weiteren Bearbeiter nennen.
  • --filter=notalk lässt alle Diskussionsnamensräume weg – dort stehen die Unterschriften.
  • --filter=namespace:0,6,14 beschränkt den Export auf Artikel (Namensraum 0), Dateibeschreibungen (6) und Kategorien (14). Damit fallen Benutzer: (2) und Benutzer_Diskussion: (3) von vornherein weg.

Die restlichen Autorennamen entfernen

In den verbliebenen Seiten steht noch in jeder Fassung der letzte Bearbeiter. Für eine öffentliche Fassung werden <username> und <comment> geleert:

zcat /home/thorsten/export/inhalt.xml.gz \
  | sed -E \
      -e 's#<username>[^<]*</username>#<username>Autor</username>#g' \
      -e 's#<comment>[^<]*</comment>##g' \
  | gzip > /home/thorsten/export/inhalt-anonym.xml.gz

MediaWiki schreibt jeden dieser Einträge auf eine eigene Zeile, deshalb reicht hier die einfache Textersetzung. Die interne Bearbeiternummer im <contributor>-Block bleibt stehen – eine Zahl ohne Namen; wer auch sie entfernen will, nimmt ein richtiges XML-Werkzeug. Die fertige Datei sollte vor der Weitergabe stichprobenartig durchgesehen werden.

Die hochgeladenen Bilder liegen nicht in der XML-Datei. Sie werden wie in MediaWiki einrichten beschrieben getrennt gesichert – und vor einer Weitergabe von ihren EXIF-Metadaten befreit (siehe „Was in jedem Fall zu prüfen ist“).

Der Import

Der Export wird in ein frisch eingerichtetes Wiki eingelesen. Danach werden die abgeleiteten Verzeichnisse neu aufgebaut:

cd /var/www/mediawiki
zcat /home/thorsten/export/inhalt-anonym.xml.gz \
  | sudo -u www-data php maintenance/run.php importDump
sudo -u www-data php maintenance/run.php rebuildrecentchanges
sudo -u www-data php maintenance/run.php initSiteStats
sudo -u www-data php maintenance/run.php refreshLinks

Für die im Export genannten Benutzernamen legt importDump keine vollwertigen Konten mit Passwort und E-Mail an; die Namen bleiben reiner Text an den jeweiligen Bearbeitungen. Die Datei LocalSettings.php mit den Einstellungen wird durch den XML-Export nicht übertragen – der Aufbau des Zielwikis wird getrennt eingerichtet.

Drupal: der Kurzweg

Für Drupal gilt das eigene Kapitel Inhalte importieren und exportieren. In Kürze und über die Kommandozeile:

cd /var/www/drupal

# Der Aufbau: Inhaltstypen, Felder, Ansichten – als YAML, ohne Inhalte, ohne Konten
sudo -u www-data php vendor/bin/drush config:export --yes

# Die Inhalte: alle Datensätze eines Typs mit ihren abhängigen Daten
sudo -u www-data php core/scripts/drupal content:export node \
  --bundle=blog --dir=/home/thorsten/export/inhalt --with-dependencies

# Das durch --with-dependencies mitgezogene Autorkonto wieder entfernen
rm -rf /home/thorsten/export/inhalt/user

Für ein Nicht-Drupal-Zielsystem tritt an die Stelle von content:export das Modul Views Data Export mit einer Ansicht, die bewusst kein Autorenfeld enthält, und einer Ausgabe nach CSV, JSON oder XML.

XWiki: XAR-Export über die Kommandozeile

Ein XAR ist das portable Paketformat von XWiki – eine ZIP-Datei mit je einer XML-Datei pro Seite. Die Export-Aktion lässt sich mit curl von der Kommandozeile aufrufen:

curl -u admin:'ADMINPASSWORT' -G \
  "https://wiki.meine-domain.de/xwiki/bin/export/XWiki/XWikiPreferences" \
  --data-urlencode "format=xar" \
  --data-urlencode "name=inhalt" \
  --data-urlencode "history=false" \
  --data-urlencode "backup=false" \
  --data-urlencode "pages=Doku.%" \
  --data-urlencode "pages=Handbuch.%" \
  -o /home/thorsten/export/inhalt.xar

Die Angaben im Einzelnen:

  • format=xar wählt das Paketformat (statt HTML oder PDF).
  • history=false lässt die Versionsgeschichte weg – jede frühere Fassung nennt ihren Bearbeiter.
  • backup=false erzeugt kein „Backup-Paket“. Ein Backup-Paket würde Ersteller, Autor und Zeitstempel jeder Seite so einbetten, dass sie beim Import unverändert wiederhergestellt werden. Ohne diesen Schalter wird die importierende Person zum Autor.
  • pages=Doku.% nimmt alle Seiten im Bereich „Doku“ auf; das % ist ein Platzhalter. Die Angabe darf mehrfach stehen.

Auch dann steht in jeder Seiten-XML im XAR noch der zuletzt speichernde Nutzer. Für eine öffentliche Fassung wird das Paket ausgepackt, gesäubert und neu gepackt:

cd /tmp && rm -rf xar && mkdir xar && cd xar
unzip -q /home/thorsten/export/inhalt.xar

find . -name '*.xml' -exec sed -i -E \
  -e 's#<author>[^<]*</author>#<author>xwiki:XWiki.Autor</author>#g' \
  -e 's#<creator>[^<]*</creator>#<creator>xwiki:XWiki.Autor</creator>#g' \
  -e 's#<contentAuthor>[^<]*</contentAuthor>#<contentAuthor>xwiki:XWiki.Autor</contentAuthor>#g' \
  -e 's#<comment>[^<]*</comment>##g' {} +

zip -qr /home/thorsten/export/inhalt-anonym.xar .

Der Import

Auf der Zielseite wird das XAR wieder eingelesen. Zwei Wege stehen offen:

  • Über die Oberfläche: Administration → Inhalt → Importieren, das XAR hochladen. Beim Import lässt sich „Verlauf zurücksetzen“ wählen, damit keine fremden Bearbeiterangaben übernommen werden.

  • Über die Kommandozeile mit der REST-Schnittstelle:

    curl -u admin:'ADMINPASSWORT' -X POST \
      --data-binary @/home/thorsten/export/inhalt-anonym.xar \
      "https://ziel.meine-domain.de/xwiki/rest/wikis/xwiki?backup=false&history=RESET"
    

    backup=false übernimmt keine eingebetteten Autor- und Wiederherstellungsdaten, history=RESET legt jede Seite ohne Versionsgeschichte neu an.

Der Import-Endpunkt der REST-Schnittstelle war in älteren XWiki-Fassungen ohne Anmeldung erreichbar (CVE-2026-33137). Vor dem Einsatz sollte eine aktuelle, gepflegte XWiki-Version installiert sein (siehe die Versionshinweise im Kapitel XWiki einrichten).

Die Konfigurationsdateien unter /etc/xwiki/ – mit dem Datenbankpasswort – gehören nicht in einen weitergegebenen Export.

Was in jedem Fall zu prüfen ist

Vor jeder Weitergabe eines Inhaltsexports, unabhängig vom System:

  • Benutzer- und Mitgliederbereiche ausschließen. Eigene Namensräume, Ordner oder Sammlungen für Konten gehören nicht in den Export.

  • Kommentare und Diskussionsseiten weglassen. Sie enthalten Namen und oft E-Mail-Adressen.

  • Autor- und Bearbeiterfelder leeren, wenn der Export öffentlich wird.

  • Bearbeitungskommentare und Änderungsnotizen leeren – die kurze Zeile pro Speichervorgang.

  • Den Freitext durchsehen. In redaktionellen Inhalten können Namen, Telefonnummern und Anschriften stehen. Bei einer Weitergabe an Dritte lohnt der Blick in die exportierten Dateien.

  • Konfigurationsdateien prüfen. Ein Konfigurationsexport kann Absenderadressen für E-Mails, Zugangsschlüssel für Fremddienste oder ein Datenbankpasswort enthalten.

  • Bild-Metadaten entfernen. Fotos tragen oft Aufnahmeort und Kameradaten im EXIF-Block. Ein Sammelbefehl entfernt sie:

    exiftool -all= -overwrite_original /home/thorsten/export/bilder/
    
  • Log- und Statistiktabellen nie mitexportieren. Zugriffsprotokolle enthalten IP-Adressen.

Für dieses Buch

Der Web Stack dieses Buchs läuft auf MediaWiki, gegebenenfalls mit Drupal als zweitem, redaktionellem Auftritt (siehe Content-Management-System). Für den Export ohne persönliche Daten gilt:

  • MediaWiki: dumpBackup --current --filter=notalk --filter=namespace:0,6,14. Für eine öffentliche Fassung zusätzlich <username> und <comment> leeren. Die vollständige Sicherung bleibt davon unberührt – pg_dump plus der Ordner images/, an einen zweiten Ort.
  • Drupal: der Weg aus dem Kapitel Inhalte importieren und exportieren – drush config:export für den Aufbau, content:export oder Default Content Deploy für die Inhalte, danach den Ordner user/ löschen.
  • XWiki (falls es statt MediaWiki eingesetzt wird): XAR-Export über curl mit history=false und backup=false, danach die Autorfelder im Paket leeren.
  • Die reinen Textformate lassen sich zusätzlich in einem Git-Repository versionieren (siehe Git Hosting), sodass jede Änderung am weitergegebenen Stand nachvollziehbar bleibt.

Diese Exporte ersetzen nicht die vollständige Sicherung mit pg_dump. Sie sind ein zusätzliches Werkzeug für den Fall, dass Inhalte ein anderes System erreichen sollen, ohne die Menschen mitzunehmen, die daran gearbeitet haben. Wer Inhalte aus fremden Quellen übernimmt, prüft sie davor gegen das Urheberrecht (siehe Urheberrecht und Duplicate Content).

Fazit

Ein Datenbankabzug ist die schnellste Sicherung, aber die unbeweglichste: Er enthält die Benutzerkonten und passt nur in dieselbe Umgebung zurück. Für die Weitergabe an ein anderes System braucht es einen Export nur der Inhalte, in einem allgemeinen Textformat, ohne persönliche Daten. Persönliche Daten stecken dabei nicht nur in der Benutzertabelle, sondern auch in Autorenangaben, Kommentaren, Unterschriften, Bearbeitungsnotizen und Bild-Metadaten. Nach dem Reifegrad des PII-Ausschlusses stehen bei den CMS Drupal und die dateibasierten Systeme vorn, bei den Wissenssystemen die dateibasierten Wikis und XWiki. Bei MediaWiki erzeugt dumpBackup mit Namensraum- und notalk-Filter einen brauchbaren Export, der für eine öffentliche Fassung noch um die Bearbeiternamen bereinigt wird. Bei XWiki liefert die Export-Aktion mit backup=false ein XAR ohne einbettete Wiederherstellungs-Metadaten. In jedem Fall gilt: vor der Weitergabe die exportierten Dateien durchsehen.

Diese Inhalte wurden mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell überprüft (Transparenzhinweis gemäß Art. 50 EU AI Act).